Phytowelt News » Innovatives Forschungsprojekt zur nachhaltigen Bioproduktion von allergenfreiem Naturlatex und –kautschuk in Zellkulturen (LaKaZell) durch DBU bewilligt

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01.09.2010, Phytowelt Nettetal / Köln

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das innovative Forschungsprojekt LaKaZell im Rahmen der 5. Antragsrunde des Förderschwerpunktes ChemBioTec.


Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das innovative Forschungsprojekt LaKaZell im Rahmen der 5. Antragsrunde des Förderschwerpunktes ChemBioTec. Ziel von ChemBioTec ist die Realisierung neuer nachhaltiger biotechnischer Produktionsprozesse in der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit Leuchtturmwirkung auf biotechnologische und chemische Innovationen in Deutschland. Das von einem Konsortium aus Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU), Technische Universität München (TUM) und der Phytowelt GreenTechnologies GmbH (PHY) als KMU eingereichte Projekt wurde aufgrund der kreativen Ideen sowie einer überzeugenden Projektplanung in die DBU-Förderung aufgenommen.
Das Verbundprojekt LaKaZell zielt auf die Etablierung der wissenschaftlich technischen Voraussetzungen und die Entwicklung von geeigneten Prozessen für die biotechnologische Herstellung von allergenfreiem Naturlatex/-kautschuk und weiterer qualitativ hochwertiger Wirk- und Wertstoffe in Laticiferen-Zellkulturen. Damit erfüllt es heutige Anforderungen industrieller Produktion, nach denen bisherige Prozesse durch nachhaltige und umweltschonende Verfahren substituiert werden, die auch den ökonomischen Marktanforderungen gerecht werden.
Als Hauptquelle für die Herstellung von Naturkautschuk/-latex dient derzeit Hevea brasiliensis, deren Einsatz aufgrund stark allergenen Eigenschaften vor allem in der Medizin immer weiter eingeschränkt wird. Synthetischer Kautschuk ist aufgrund seiner chemischen Eigenschaften zur vollständigen Substitution nicht geeignet. Eine Alternative hierzu bilden Produktionsverfahren von Latex/Kautschuk mit Zellkulturen des Russischen Löwenzahns (T. koksaghyz), dessen Latex/Kautschuk nachweislich keine allergischen Reaktionen auslöst. Führend auf diesem Gebiet ist die Arbeitsgruppe rund um Prof. Prüfer vom Institut für Biochemie und Biotechnologie der Pflanzen der WWU. Zitat Prof. Prüfer: "Wir haben in den vergangenen Jahren erfolgreich grundlegende Arbeiten zum Verständnis der Produktion von Latex/Kautschuk im Löwenzahn durchgeführt und publiziert. LaKaZell zielt nun auf eine geschlossene Produktion von Latex und Kautschuk mittels Zellkulturen für spezielle Anwendungen ab. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf die Nachhaltigkeit und Konkurrenzfähigkeit des Prozesses, der deshalb durch eine Ökoeffizienzanalyse begleitend analysiert wird."
Zur Erreichung der gesteckten Ziele werden moderne bioanalytische Verfahren der Arbeitsgruppe von Dr. Eisenreich an der TU München eine Schlüsselrolle spielen. Zitat Dr. Eisenreich: "Markierungsexperimente mit stabilen Isotopen werden uns die Stoffwechselwege von einfachen erneuerbaren Kohlenstoffquellen hin zum Wertprodukt Latex aufzeigen." Diese Erkenntnisse werden im Rahmen der Optimierung des Produktionsverfahrens genauso angewendet, wie auch Schlüsselenzyme der Kautschuksynthese. Diese werden mit der phytomining – Plattformtechnologie der Phytowelt GreenTechnologies identifiziert und eingesetzt. Zitat Dr. Welters (CEO PHY): "Unser innovatives Verfahren phytomining, das schon in mehreren Projekten für Partner zur Verbesserung vonund Pharmawirkstoffsynthesen erfolgreich eingesetzt wurde, wird auch hier seine Nützlichkeit und seine überragende Effizienz bei der Identifizierung neuer Enzymaktivitäten und der dazugehörigen Gene unter Beweis stellen können. Unsere Expertise in der Terpenoid-Biosynthese durch die verschiedenen Projekte mit Minze oder zur Carotinoid-Biosynthese bilden eine gute Basis unser Wissen in diesem Feld auszubauen und weitere Innovationen einzuführen sowie unseren wirtschaftlichen Erfolg fortzusetzen."
LaKaZell zielt auf die Substitution konventioneller Produktionsverfahren in der Industrie durch Entwicklung innovativer Verfahren in der Pflanzenbiotechnologie und die konsequente Weiterentwicklung umweltfreundlicher biotechnologischer Prozesse in geschlossenen Systemen.

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