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10.06.2013, Phytowelt Nettetal / Köln

Phytowelt erforscht die epigene Zellregulation im Rahmen des Siebten Rahmenprogramms der Europäischen Union


Das EU Projekt EpiTRAITS, das in Kooperation mit verschiedenen Europäischen Partnern, wie der Max-Planck-Gesellschaft, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie verschiedenen europäischen For­schungsinstitutionen im Rahmen eines Marie-Curie Initial Training Networks durchgeführt wird, ermöglicht der Phytowelt die Erforschung des Einflusses epigenetischer Regulationsmechanismen zur Optimierung zellbiologischer Techniken für die moderne Pflanzenzüchtung. Unter Epigenetik versteht man – grob gesagt – den Einfluss von Umweltbedingungen auf die Aktivität bzw. die Regulation des Erbguts in Lebewesen. Auf Basis der Epigenetik kann erklärt werden, warum und unter welchen Umständen bestimmte Gene in bestimmten Zellen aktiv werden, während sie in anderen Zellen inaktiv bleiben.


 


In jüngster Zeit wurden Veränderungen in der Genregulierung als Hauptursache für die Ausprägung von Sor­ten­variationen identifiziert. Dies wird durch die Forschungen der Universität Bonn über die Ursachen des Heterosis-Effekts unterstrichen. Dabei handelt es um das in der Pflanzenzucht seit langem bekannte Phä­no­men, dass Mischlinge verschiedener Sorten (zum Beispiel zweier Maissorten) deutlich mehr Ertrag liefern als die „Elternsorten“. Die Bonner Forscher konnten im vergangenen Jahr zeigen, dass es sich hier um ein­en epigenetischen Effekt handelt, der in den Mischpflanzen die Aktivität von mehreren hundert Genen zu­sätz­lich einschaltet.


 


Bisher ist es noch nicht gelungen, die auslösenden Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Festschreibung solcher Effekte im Genom führen. Entsprechendes Wissen schafft eine Basis, um Strategien zur wirtschaft­lichen Nutzung der epigenetischen Regulationsmechanismen zu entwickeln. Diverse Pflanzeneigenschaften wie z.B. Ertragsleistung oder Widerstandskraft gegenüber verschiedenen Umwelteinflüssen würden sich so gezielt verbessern lassen.


 


 „Wir sind bereits sehr gespannt auf die Projektergebnisse“, sagt Dr. Peter Welters, Geschäftsführer der Phytowelt. „Unsere Schlüsseltechnologie phytodiversity und unsere langjährige Erfahrung in der Pflanzenzell- und Gewebekultur bilden die optimale Plattform zur Erforschung dieses Themas. Wir erwarten einen enor­m­en Erkenntnisgewinn aus der Zusammenarbeit mit unseren Projektpartnern, die alle eine große Expertise auf dem Gebiet der Epigenetik der Pflanzen aufweisen. Das Projekt bietet eine Möglichkeit, die bestehende Lücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung zu schließen.


Im Rahmen des EpiTRAITS-Projektes konnte eine Stelle für einen jungen Wissenschaftler geschaffen wer­den, um epigenetische Grundlagen in der Gerste (Hordeum vulgare) zu untersuchen. Seit 1. Juni 2013 ar­beitet der aus Italien stammende Biologe Massimiliano Carciofi unter der Leitung für Zell- und Gewebe­kul­turforschung der Phytowelt, Dr. Renate Lührs, an diesem Thema. Dr. Carciofi sammelte während seiner Doktorarbeit in Dänemark umfassende Erfahrung zur Modifikation des Metabolismus von Gerste.


Kontakt für Fragen und Anregungen: – Tel.: +49.2162.77859, E-Mail: contact@phytowelt.com